Cham
Cham liegt am Fluss Regen, etwa 60 km nordöstlich von Regensburg, in der Cham-Further Senke, einem langgestreckten Taleinschnitt, der die quer dazu verlaufenden Mittelgebirgszüge des Oberpfälzer Waldes im Nordosten vom Bayerischen Wald im Südosten teilt, etwa 20 km westlich der tschechischen Grenze und etwa 90 km südwestlich von Pilsen. Cham wird deshalb auch als „Tor zum Bayerischen Wald und zum Böhmerwald“ bezeichnet. Weil der Regen die Chamer Altstadt in einem weiten Bogen umschließt, gibt es für Cham außerdem die Bezeichnung „Stadt am Regenbogen“.


Historisches

Im Jahr 748 gründeten Benediktinermönche aus dem Regensburger Kloster St. Emmeram im heutigen Stadtteil Chammünster eine Cella (klösterliche Niederlassung), die als sogenannte Urpfarrei mit dem späteren Marienmünster zum Ausgangspunkt der Besiedelung des Oberen Bayerischen Waldes bzw. des mittleren Böhmerwaldes wurde.

Im Jahr 976 wurde Cham als Civitas Camma erstmals als Stadt erwähnt. Auf dem Galgenberg stand einst eine Reichsburg, die den Handelsweg nach Böhmen sicherte. Um das Jahr 1000 erhielt Cham eine eigene Münzstätte. Es wurde der sogenannte Chamer Denar geprägt. Der Name „Cham“ ist keltischen Ursprungs (Kambos) und bedeutet so viel wie „Kurve“ oder „Krümmung“. In der Nähe des Chamer Stadtteils Altenstadt mündet das windungsreiche Flüsschen Chamb in den Regen, welches vermutlich der Namensgeber für diese erste Siedlung am Regenknie war. Gerne wird der Name „Cham“ jedoch auch von „Kamm“ abgeleitet, weshalb das Wappen der Stadt auch einen Kamm enthält.

Im 13. Jahrhundert verlegte man die Stadt an ihren heutigen Standort. Während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert durchlebten die Chamer Bürger harte Zeiten. 1429 belagerten die Hussiten vergeblich die Stadt. Bei Satzdorf, vor den Toren Chams, gelang deutschen Rittern ein erster Sieg über die Hussiten, zu dem Heinrich Notthafft „der Reiche“ von Wernberg auf Runding erheblich beitrug.


Neuzeit

1742 eroberten und zerstörten die Panduren unter Franz Freiherr von der Trenck die Stadt.

1861 wurde Cham im Zuge der Industrialisierung an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Eine Phase relativen Wohlstands folgte, Cham gehörte zu den wichtigsten süddeutschen Umschlagplätzen für Holz.

Im Zweiten Weltkrieg wurden am 18. April 1945 bei einem englischen Luftangriff auf den westlichen Teil Chams 63 Menschen getötet. Durch zahlreiche Kriegsflüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland wuchs die Einwohnerzahl nach Kriegsende von zuvor 5.860 auf über 10.000 an.

 

Cham Sankt Jakob 3

Cham Sankt Jakob 2

Cham Sankt Jakob 1

Cham Redemptoristenkirche 2

Cham Redemptoristenkirche 1

Cham Marktplatz